Typisch kanadisch
Dark Sky
… und weil es gerade um Sternegucken geht

Licht aus: Parks Canada schützt mehr Nachthimmel als jede andere Behörde der Welt. Dreizehn Parks in Kanada haben inzwischen Dark Sky-Titel: Zwölf sind Dark-Sky Preserves, einer ist ein International Dark Sky Park. Der Grasslands National Park ist das dunkelste Dark Sky Preserve in Kanada. Außerhalb von Parks Canada ist das Observatorium Mont Mégantic in Québec der erste Ort, der (2007) weltweit als International Dark Sky Preserve anerkannt wurde. 1999 wurde das erste permanente Dark Sky Preserve in den Torrance Barrens in der Region Muskoka im Süden von Ontario eingerichtet.

Dancing in the dark: Aufgrund ihrer zunehmenden Beliebtheit finden in vielen Dark Sky Preserves regelmäßig Festivals statt, darunter das alljährliche Dark Sky Festival in Jasper, Alberta. Der Jasper National Park ist das zweitgrößte Dark Sky Preserve der Welt und das größte leicht zugängliche Dark Sky Preserve - d. h., es gibt einen Ort innerhalb des Reservats. Hier sind die Top-Ten-Spots für Sternenbeobachtung und Anfänger-Tipps für Dark-Sky-Fotografie in Jasper (Achtung: ein iPhone reicht nicht).

Wichtig: Seit Anbeginn der Zeit blickt der Mensch fasziniert zu den Sternen hinauf, doch mit der zunehmenden Urbanisierung erhellte immer mehr künstliches Licht den Nachthimmel. Dies hat dazu geführt, dass nächtliche Wunder wie die Milchstraße nicht mehr zu sehen sind. Dank der Arbeit der Royal Astronomical Society hat Kanada heute die weltweit strengsten Normen und Vorschriften für Dark Sky Preserves und damit Orte geschaffen, an denen ein sternenklarer Nachthimmel zu sehen ist. Der Name bedeutet, dass die Parks - und ihre Gemeinden - ihre nächtliche Lichtmenge auf ein Minimum reduzieren. Ein Dark Sky Preserve ist demnach ein Bereich, in dem keine künstliche Beleuchtung sichtbar ist und über die Herkunft und Reduzierung von Lichtverschmutzung aufgeklärt wird.

Eine vollständige Liste der besten Orte zum Sternegucken in Kanada (laut Royal Astronomical Society) finden Sie hier.

Wood Buffalo National Park
Das größte Dark Sky Reservat der Welt

Wood Buffalo National Park (Northwest Territories/Alberta) bietet beispielloses Sternenbeobachten

Sternenklare Nächte: Weniger künstliches Licht erweckt die Sternbilder zum Leben und bringt die Milchstraße im Wood Buffalo National Park, Kanadas größtem Park und zweitgrößtem Schutzgebiet der Welt, zum Funkeln. 2013 erklärte die Royal Astronomical Society of Canada Wood Buffalo zum größten Dark Sky Reservat der Welt. Damit ist auch der natürliche Lebensraum von einem knappen Dutzend Eulenarten, Fledermäusen und anderen nachtaktiven Arten geschützt.

Wohltat für den Körper: Ein Dark Sky Preserve schränkt künstliches Licht auf ein Minimum ein - nicht nur, um Besuchern astronomische Aktivitäten zu erleichtern und die Tierwelt zu schützen. Wahre Dunkelheit ist auch gut für die Gesundheit. Nachts künstlichem Licht ausgesetzt zu sein unterbricht die innere Uhr, während die Dunkelheit sie zurücksetzt. Beim Camping trägt die Dunkelheit im Park dazu bei, dass unsere innere Uhr auf natürlichere Weise funktioniert. Eine gut funktionierende innere Uhr bedeutet einen besseren Schlaf, was wiederum der Gesundheit zuträglich ist. Aber natürlich ist weniger oder gar kein künstliches Licht auch von Vorteil, wenn man endlich das Sternenzelt am Nachthimmel und sogar die Milchstraße wiedersehen möchte.

Ehrfurcht vor Mutter Natur: Erhöhte Sonnenstrahlung kann die Rot- und Grüntöne der Aurora Borealis über den Nachthimmel verbreiten. Ende August und September bieten längere - aber immer noch warme - Nächte ideale Bedingungen für die Beobachtung des Polarlichts. Auch die kalten, oft kristallklaren Nächte von Dezember bis Februar bieten erstaunliche Beobachtungsmöglichkeiten. Camper genießen ein nächtliches Himmelszelt voller Sternbilder. Wölfe heulen und Seetaucher sind oft zu hören, während Besucher diese astronomischen Stillleben fernab der Städte genießen.

Bilder und Storyteller verfügbar. Bitte geben Sie "Parks Canada" an, wenn Sie diese Fotos verwenden.

Lake Superior
Der größte Süßwassersee der Welt

Die Lake Superior National Marine Conservation Area (Ontario) lädt Besucher auch zur wahrhaft epischen Sturmbeobachtung ein. 

Neue Designierung: Es gibt natürlich einen Grund, warum der Lake Superior als Binnenmeer bezeichnet wird. Er ist nicht nur wunderschön, sondern vor allem auch riesig. Und so wird die Lake Superior National Marine Conservation Area, die von den Anishinaabe First Nations der Region Gitchi Gummi bzw. "Großer See" genannt wird, bald als eines der größten Süßwasserschutzgebiete der Welt anerkannt werden. Empfohlen werden geführte Besichtigungen, da der Lake Superior ähnlich den Ozeanen schwankende Wetterverhältnisse aufweist und groß genug ist, um sein eigenes Wetter zu erzeugen. Die Aussichten auf dieses in der Welt einzigartige Binnenmeer und die spektakuläre Geologie sind eine „stürmische“ Erfahrung jedoch wert. 

Frühgeschichte: Noch vor 10.000 Jahren lag der Lake Superior unter einer dicken Eisschicht. Nach dem Rückzug der letzten Gletscher blieben Moränen genannte Trümmerformationen zurück, die bis heute das darunter liegende Urgestein bedecken. Die Region weist zudem einzigartige geologische Formationen auf, wie säulenförmige Basaltzungen, Hohlräume und fotogene Stromatolithen (versteinerte Blaualgen, die fossile Hauptbestandteile frühesten Lebens auf der Erde sind). Einige der ältesten bekannten Gesteine der Welt, etwa 2,7 Milliarden Jahre alt, finden sich auf dem zu Ontario gehörenden Ufer. Dort sind die Narben der vielen Winterstürme, die Sturmjäger aus aller Welt herbeilocken, besonders gut zu sehen.

Stürmisches Wetter: Diese Stürme - nach einem Lied des kanadischen Singer/Songwriter Gordon Lightfoot werden sie „gales“ genannt - treten auf, wenn kalte, trockene Luft aus Nordkanada über den Großen Seen mit warmer, feuchter Luft aus dem Golf von Mexiko zusammentrifft. Das Ergebnis sind die wohl unberechenbarsten Stürme überhaupt. Von der sicheren Küste aus beobachtet und mit dem gebotenen Respekt behandelt, werden Sturmjäger selten enttäuscht.

Kluan National Park
Kanadas höchster Gipfel

Kluane National Park and Reserve (Yukon) ist die Heimat des kleinsten Grizzlybären Kanadas

Riesengroß: Kluane in der hochalpinen Region des Südwest-Yukon ist eine Region der Extreme. Dieser Nationalpark beherbergt den höchsten Gipfel Kanadas (Mt. Logan, 5.959 Meter) und dazu weitere 17 der 20 höchsten Berge Kanadas. Und mit 21.980 Quadratkilometer ist er fast viermal so groß wie Banff, Kanadas ältester Nationalpark. So beeindruckend ist diese Landschaft, dass die Vereinten Nationen sie zum Weltnaturerbe erklärt haben. Kluane ist damit das größte international geschütztes Wildnisgebiet der Erde. Zwischen den massiven Giganten erstrecken sich die größten, nichtpolaren Eisfelder der Welt. Weiter unterhalb sind die breiten U-förmigen Täler der Lebensraum für die Wildtiere des Schutzgebiets, darunter eine einzigartige Grizzlybär-Art.  

Klein im Wuchs: In dieser Landschaft, in der alles riesengroß zu sein scheint, sind die Grizzlybären unerwartet klein. Tatsächlich erreichen diese Yukon-Grizzlys nur zwei Drittel der Größe ihrer Vettern in den fruchtbareren Regionen von British Columbia und Alaska. Ihre geringere Größe hängt mit der Nahrungsmittelversorgung zusammen. Während die südlichen Grizzlys Zugang zu Lachs und anderen leicht zugänglichen Proteinquellen haben, sind die Kluane-Grizzlys - obschon Fleischfresser - fast ausschließlich auf Beeren und andere Pflanzenprodukte angewiesen. Die Vegetation ist jedoch dicht genug, dank der uralten Gletscher, die den durch das Alsek Valley fließenden Alsek River speisen. Dort und in den anderen Tälern des riesigen Parks gesellen sich Dall-Schafe, Bergziegen, Karibus und Wölfe zu den Grizzlys und Schwarzbären. 

Abwechslungsreiche Abenteuer: Reisende aus aller Welt suchen diesen abgelegenen Park auf, um auf Expeditionen ins Hinterland hochalpine Pässe zu überqueren, mit dem Raft an kalbenden Gletschern vorbeizugleiten und mit dem Mountainbike alte Bergbaustraßen und -pfade zu erkunden.

Fundy National Park
Die höchsten Gezeiten der Welt

Der Fundy National Park (New Brunswick) macht mit einigen der widerstandsfähigsten Meeresbewohner der Welt bekannt.

Dramatisch: Zu den beeindruckendsten Erlebnissen im Fundy National Park gehört das Spiel der Weltrekordgezeiten in der Bay of Fundy. An der Küste des Nationalparks lässt sich die spektakuläre Hobelarbeit des Tidenhubs am felsig-surrealen Litoral leicht erkennen. Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut beträgt dabei bis zu 12 Meter!

Meeresbewohner satt: Bei Ebbe lässt das Meer in der Bay riesige Wattenmeergebiete zurück. Zahllose tierische Bewohner kommen jetzt zum Vorschein. Besucher können in Gummistiefel durch Schlamm-, Sand- und Algenfelder wandern und Felskrabben, Wellhorn- und Strandschnecken sowie viele andere Krustentiere entdecken. Das Watt dient auch als Buffet für Schwärme winziger Strandläufer und anderer Küstenvögel.

Super zähe Kerle: Diese Meerestiere zu den zähesten der Erde. Besonders in Küstennähe verändern sich die Bedingungen in ihrem Lebensraum tagtäglich. Bei Flut leben diese Tiere im Salzwasser. Bei Ebbe können sie im Süßwasser von Regen leben oder von der Sonne ausgetrocknet werden. Je nach Jahreszeit haben sie zudem mit großen Temperaturschwankungen, hohem Wellengang und sogar Eis zu kämpfen. Viele Arten haben sich diesen extremen Bedingungen angepasst. Damit sie bei Ebbe nicht austrocknen, verstecken sich beispielsweise Krebse und Schnecken unter Felsen oder in feuchten Spalten, während Rankenfußkrebse und Muscheln sich fest verschließen, um kleine Mengen Meerwasser in ihren Schalen zu halten. Damit erzeugen diese Spezialisten ihr eigenes Gezeitenbecken.

Parks Canada
Endlose Weite. Sternenklarer Nachthimmel. Wilde Tiere. Kanadas Nationalparks sind einfach super!

Mit sozialer Distanz als neuer Normalität heißen Kanadas Nationalparks Besucher willkommen, die an entlegenen Orten kaum berührte Natur genießen und zugleich mehr über die spektakuläre, geschützte Wildnis und Tierwelt erfahren möchten. Jeder einzelne der 48 über das ganze Land verteilten Nationalparks bietet interessante Einblicke in die Landschaft und Kulturen der jeweiligen Region. Nachfolgend sind vier Beispiele aufgeführt. Weitere Informationen gibt es auf der Website von Parks Canada.

Cross country skiing, Cape Breton Island
Auf Langlaufski durch die Wälder in Nova Scotia gleiten

Outdoorliebhaber können sich an Langlauf oder Telemark-Ski auf 18 Kilometer langen Routen im Ski Tuonela versuchen, eine Autostunde vom Ort Sydney entfernt. Und danach in charmanten Hütten oder Chalets in den frostigen Wäldern übernachten und in der Sauna entspannen. Der berühmte Cabot Trail ist nur vier Ski-Kilometer entfernt.

Iceberg viewing, Newfoundland and Labrador
Riesige Eisberge in Neufundland und Labrador bestaunen

Anfang Juni ist die beste Zeit zum Beobachten der Eisberge entlang der nördlichen Küsten von Neufundland. Am besten machen Abenteuerlustige eine geführte Schlauchboottour in den Hotspots Bonavista, Cape Spear, Twillingate und Witless Bay, um die gewaltigen, 10.000 Jahre alten umher treibenden Gletscherbrocken zu beobachten. Vorher unbedingt auf den Iceberg Finder schauen, um sich über die besten Plätze zur Beobachtung der Eisriesen zu informieren.

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Churchill Northern Studies Center: Eisbären- und Belugas

Den Norden verstehen und erhalten, das hat sich das Churchill Northern Studies Center (CNSC) auf die Fahne geschrieben. Eisbären- und Beluga-Beobachtung auf andere Art lautet das Motto des Zentrums - und kaum ein Ort scheint hierfür besser geeignet. Die im Jahr 1976 gegründete unabhängige und gemeinnützige Forschungs- und Bildungseinrichtung liegt rund 23 Kilometer östlich von Churchill in idealer Lage an der Küste der Hudson Bay. Drei bedeutende Ökosysteme treffen hier aufeinander: arktisches Meer, nördlicher borealer Wald und arktische Tundra. Die Region beherbergt eine enorme Vielfalt an Pflanzen, Vögeln, Säugetieren sowie auch Kulturen.